Ísland 2010, Teil I

05. Juni - 28. Juni

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Zwischen Hamburg und Ísland

 

Man sagt immer, früher war alles besser .... pauschal gesehen mag das stimmen, aber eigentlich war früher in erster Linie alles "anders". Auf die diesjährige Reise und ihren historischen Hintergrund bezogen können wir sagen, dies ist von Fall zu Fall reine Auslegungssache. 

 

Doch zunächst gilt es zu definieren, wann denn "früher" war: das ist natürlich 1994, das Jahr der ersten Íslandtour. 

 

Gab es in 1994 etwas, das besser oder anders war? Wenn es um die Geschehnisse auf dem Erdenrund geht, füllen schlaue Schreiber damit wahrscheinlich ganze Bände. Bezogen auf die Reise wird es übersichtlicher, aber auch schwieriger, sich eindeutig festzulegen. 

 

Der fahrbare Untersatz war seinerzeit dasselbe Gefährt wie heut', nur ein paar Jahre jünger. Wenn wir in den Erinnerungen kramen, so läßt sich feststellen, daß diesbezüglich heute alles besser ist. Seinerzeit mit 14 Jahren und knapp 300.000 km auf der Uhr schon reichlich verschlissen, steht der Granada heute frisch restauriert in der Warteschlange in Esbjergs Hafen.

 

1994 ging es über Bergen nach Ísland, das war noch möglich, und seinerzeit eindeutig besser; Dänemark, Schweden, Norwegen, es gab schon auf der Anreise zur Fähre viel zu sehen, man konnte einige Gänge zurückschalten, bevor der Dampfer erreicht war. 

 

Überhaupt, der Dampfer ... der war 1994 schon reichlich in die Jahre gekommen, immerhin noch aus Anfang der 70er, aber besser. Zwar wesentlich kleiner als der neue Pott, bot die alte Norröna ansatzweise das "Flair" einer richtigen Fähre, nicht eines Viehtransporters. Und Kabinen waren Kabinen, keine verdreckten Hamsterkäfige. Die Durchsagen des Kapitäns erfolgten in bestem Hamburger Missingsch, und nach Voranmeldung konnten die Brücke sowie der Maschinenraum besichtigt werden. 

 

Esbjerg, wir warten darauf die Fähre in Beschlag nehmen zu dürfen

 

es geht los ...

 

vor Esbjerg, auf dem Weg durch die Fahrrinne

 

am nächsten Tag, im Nebel in Höhe der Shetlands

 

Die Deern beim Check-Inn in Esbjerg hatte soooo nett gefragt, da konnten wir gar nicht Nein sagen, und rollen am frühen Montagmorgen in Tórshavn aus der Norröna, zwecks kleiner Rundfahrt über die Färöer. Der Dampfer hat jetzt in der Vorsaison mehrere Stunden Aufenthalt in Tórshavn, so daß es sich lohnt, die Fähre auch per Auto zu verlassen und die Inseln zu erkunden. Etwas nervig sind das Aufstehen zu nachtschlafender Zeit, und die lange Wartezeit, eh sich das PKW-Zwischendeck endlich absenkt.

 

Die Wettergötter meinen es heute allerdings nicht gut mit uns, die Inseln hüllen sich in tiefziehende Nebel- und Regenwolken. Hoffentlich holt sich der Kleine keinen Schnööf .... Am Zoll vorbei und vom Hafengelände herunter rollen wir durch die ersten Kreisverkehre Richtung Kaldbaksbotnur. Ziemlich unvorbereitet ist dieser erste Ausflug auf die Färöer, mit nur der groben Touristenkarte von der Fähre auf dem Armaturenbrett.

 

Sieht alles ein wenig aus wie in den Westfjorden Íslands, nur ohne Unterland und zumindest "unten herum" kahler, dafür mit vielen Höfen und Ortschaften sowie winzigen, terrassierten Heuwiesen an den Berghängen. Und: die Straßen sind besser, es scheint wirklich jeder Feldweg asphaltiert zu sein. Die ersten Kilometer verlaufen über Hvítanes und am Kaldbaksfjörður entlang bis Kaldbaksbotnur, und durch den sich anschließenden Tunnel hinüber zum Kollafjörður. Nebel und Regen wechseln sich ab, verderben uns die Aussicht. Angepeilt war eigentlich ein schnuckeliger Parkplatz zwecks Frühstück, und mit Aussicht auf die Fjorde, aber zumindest letzteres hat sich erübrigt.

 

An Sundini entlang wird die Sicht nicht besser, der Photoapparat kann getrost im Koffer bleiben. Wir bleiben hinter dem Ort Streymnes an der Westseite des schmalen Fjords, fahren die 594 Richtung Tjörnuvík; am Weg soll es laut Karte den höchsten Wasserfall der Färöer geben, Fossá, um 140m hoch. Irgendetwas kommt nach ca. 6km links am Hang tatsächlich in Sicht, über mehrere Stufen rauscht das Wasser der Fossá in die Tiefe. Der obere Teil des mehrstufigen Wasserfalls steckt jedoch in Wolken.

 

Nach einem kleinen Frühstück in der Nähe des Wasserfalls wechseln wir über den Sundini hinüber nach Eysturoy. Es heißt, die Querung sei die einzige Brücke über den Atlantik. Naja, da wird es sicherlich in anderen Ländern rund um den Atlantischen Ozean vergleichbare Brücken geben, auf jeden Fall ist es auf den Färöer die einzige Brückenverbindung zwischen den Inseln Streymoy und Eysturoy. 

 

7:30 Uhr, Färöer, Ortsausgang Tórshavn ...

 

die Wettergötter meinten, die Färöer in Regenwolken hängen zu müssen

 

Fossá, der höchste Wasserfall des Landes. Viel ist davon nicht zu sehen ...

 

Am Fjord Sundini zwischen Streymoy und Eysturoy: die Brücke über den Atlantik

 

Jenseits des Atlantiks, pardon Sundini, bleibt uns die Waschküche erhalten; über den Tunnel oberhalb von Norðskáli geht's hinüber nach Funningsfjörður, und am gleichnamigen Fjord entlang zur Ortschaft Funningur. Kein Photowetter, aber nix los auf den Straßen, viel Zeit zum Landschaftgucken also. Zwischen den sehr schroff aufragenden Bergen, und unter den tiefhängenden Wolken wirkt der Ort winzig, in einem kleinen Tal reihen sich eine Handvoll Häuser entlang eines Baches auf. 

 

Der Weg, die 662 hinüber nach Eiði, läßt Funningur rechts unter sich, windet sich schnell hinauf in die Berge zum Paß Eiðisskarð. Auf halber Strecke hat ein polnischer Kleinbus die schmale, auf einem hohen Bankett verlaufende Straße knapp verpaßt, und hängt mit einer Seite im Straßengraben. Die 114 PS des Granada reichen nicht, ihn aus dem Graben zu ziehen, wie sich herausstellt, liegt die Kiste mit der Vorderachse auf. Aber ein nachfolgender Färinger kann einen Abschleppdienst ordern. 

 

Den Weg vom Paß hinunter nach Gjógv lassen wir aus, fahren direkt hinüber nach Eiði. Rechts soll sich laut Karte der höchste Berg des Landes befinden, Slættaratindur. Heute sind davon nicht einmal die Berghänge zu sehen ... ein Stück weiter taucht links unter den Wolken immerhin der Eiðisvatn auf, und danach soll man rechts zu Felsnadeln vor der Steilküste schauen können. Aber da ist dann wieder Fehlanzeige. Stattdessen tauchen vor uns irgendwann der Ort Eiði und die Hauptstraße am Sundini entlang auf. 

 

Funningsfjörður auf Eysturoy unter tiefen Wolken

 

auf dem Weg nach Funningur

 

Magere Ausbeute bisher,  außer Wolken und einem nassen Wagen nix gewesen, und es ist noch reichlich Zeit bis zur Weiterfahrt; auf dem Rückweg nach Tórshavn gibt es daher einen Abstecher nach Saksun, im Dörfchen Hvalvík zweigt die 592 dorthin ab. Wie so viele der Wege auf den Färöer, so ist auch die Strecke nach Saksun zwar asphaltiert, aber meist einspurig und auf einem hohen Bankett gelegen. Und fast geraten wir hier in die Situation wie Stunden zuvor die Polen auf dem Paß Eiðisskarð. Ein Touribus aus dem befreiten Teil Deutschlands kommt uns entgegen, drängt uns fast in den Graben. Penner!

 

Und der Weg nach Saksun hat sich nicht einmal gelohnt; alles tief verhangen, es ist kaum zu erkennen, wo der Weg überhaupt noch hinführt, geschweige denn endet. Aber immerhin besser, als sich schon in die Warteschlange an der Fähre zu stellen. 

 

Genauso bescheuert ist letzten Endes auch der Weg über die Berge die 10 entlang zurück nach Tórshavn. Dabei erschien es zunächst eine willkommene Alternative zu sein, ab dem Kollafjörður nicht wieder durch den Tunnel und über die 550 zu fahren. Immerhin hätte man dabei aber die Beleuchtung im Tunnel zählen können. So bleibt es bei einer weißen Wand, die dort beginnt, wo die Motorhaube aufhört. Die Sicht ist hier oben = 0, selbst die Straße ist nur zu erahnen. 

 

Erst am Hotel Føroyar hebt sich die Suppe ein wenig, gibt den Blick über Tórshavn frei. Unten im Hafen ist die Norröna zu erkennen, davor die "Skyline" des Ortes. Das durchdringende Tuten eines Nebelhorns verrät, vor dem Hafen ist irgendwas Größeres unterwegs. Und tatsächlich, mit einem Mal schiebt sich ein Kreuzfahrer durch den Nebel, macht im Hafen fest. Wie klein die Íslandfähre plötzlich wirkt ...

 

Das Einchecken entfällt, was bleibt ist eine kurze Wartezeit, bis das Beladen der Norröna startet. Geht schlußendlich alles recht zügig, waren nicht allzu viele Passagiere, welche die Fähre mit Wagen verlassen hatten, und es steigen auch nicht viele Färinger dazu.

 

Torshavn, wie klein die Norröna auf einmal wirkt ...

 

wir warten wieder ...

 

Wie lokal das trübe Wetter ist, läßt sich kurz nach dem Ablegen feststellen; Tórshavn und die anschließende Passage durch den Vestmannsund sind nebelverhangen, kaum aber ist die offene See westlich von Streymoy erreicht, reißt es auf, die Sonne kommt zum Vorschein. Wie im Vorjahr nimmt der Pott nicht sofort Kurs auf Ísland, sondern schippert an Vestmannabjørginni entlang nordwärts. Hier ist der Blick auf die hohen Steilklippen frei, während über Land weiterhin dicke Regenwolken hängen.

 

Wie viele Bilder wohl gerade auf dem Sonnendeck gemacht werden? In gebührendem Abstand gleitet die Norröna langsam an den Klippen vorbei, ein Schiffsoffizier gibt einigen interessierten Passagieren nähere Auskünfte über die Felsenansammlungen. Wo markante Felsnadeln das nördliche Ende von Streymoy markieren, dreht die Norröna ab, nimmt Kurs auf Ísland. Die Färöer verschwinden achtern schnell hinter dem Horizont.

 

Tinganes heute unter Nebel

 

vorbei an Koltur und Hestur

 

Vestmannabjörgini

 

Vestmannabjörgini, kleiner Größenvergleich

 

Nebel und Regenwolken lichten sich

 

Pollur, Einfahrt nach Saksun

 

 

 

 

abends zwischen den Färöer und Ísland

 

Die Norröna steuert von Südosten kommend Ísland und den Eingang in den Seyðisfjörður an. Backbordseitig tauchen am kommenden Morgen die Berge rund um die Ostfjorde auf, bei klarer Sicht schaut man bis zu Vestrahorn östlich von Höfn. So ein Morgen ist heute Morgen, gegen den klaren, fast wolkenlosen Himmel und eine nur wenig bewegte See zeichnen sich alsbald die Berge im Osten Íslands ab. Diese kommen rasch näher, vorbei am Eingang zum Mjóifjörður und dem Leuchtturm Dalatangi rauscht die Norröna in den Seyðisfjörður. 

 

Im Fjord fast spiegelglatte See, die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Berge zeichnen sich darin ab. Wie immer werden die Passagiere zwei Stunden vor Ankunft aus den Kabinen komplimentiert, was zumindest heute dank des Begrüßungsausblicks keinen großen Aufreger darstellen dürfte. Problematisch ist dies wie immer nur für all' Diejenigen, die sich mit reichlich Gepäck ausstatteten. Und es stellt sich weiterhin die Frage, wie andere Reedereien den wiederkehrenden Bettenwechsel auf ihren Fähren managen. Es bleibt dabei, hier fehlt einfach die Konkurrenz ....

 

nächster Morgen, Íslands Ostküste kommt in Sicht

 

Eingang zum Mjóifjörður

 

Dalatangi

 

am Eingang zum Seyðisfjörður

 

im Seyðisfjörður

 

im Seyðisfjörður: Skálanesbót, Austdalur

 

Seyðisfjörður kurz vor dem Anlegen

 

 

Auf dem Weg nach Reykjavík

 

 

Für den Zoll sind wir wieder potentielle Drogenschmuggler; kann man hier nicht irgendwo ein 10er - Ticket ziehen, dann geht's die kommenden Jahre schneller? Auch in diesem Jahr ist nichts im Wagen, also nehmt mir die Köter vom Leib und vor allem von den antiken Polstern. Und nein, er ist nicht in Ísland gekauft, auch wenn ein Aufkleber des FBÍ an der Heckscheibe klebt. Schon mal dran gedacht, daß hier ein Klubmitglied vor euch stehen könnte ... ?

 

Immer das gleiche Theater ....

 

Vor 16 Jahren war das etwas anders; die Angelausrüstung mußte gegen Bares desinfiziert werden, wegen der Dieselsteuer wurde nachgefragt, schließlich notierte sich jemand, wo wir herkommen. Das war's .... Ach ja, die Zollplakette nicht zu vergessen; leider ist diese mitsamt der alten Windschutzscheibe längst in den Müll gewandert.

 

Die 92 ist heute asphaltiert und gut ausgebaut, ganz anders als 1994; da gab es beim ein oder anderen Angekommenen gleich am Paß auf der groben Schotterpiste die erste Panne. Wir rauschen hinüber nach Egilsstaðir, zur Bank, zum Laden, an die Tanke ( wieder kein 98 Oktan ), um anschließend dem Tourirummel in Richtung Fagridalur fahrend zu entfliehen. Was für ein Bild heute hier, in dieser klaren Luft und unter diesem wolkenlosen Himmel, dazu den vielen Schnee in den Bergen. Das Tal trägt seinen Namen zu recht. Es war 1994 später im Jahr, Anfang August, als wir kurz hinter der Rettungshütte hielten. Der Schnee war fort, doch nicht lang, zu den Berggipfeln hin war die Vegetation noch braun. Ein erstes Photo entstand, und so geschieht es auch heut', digital und analog, und das in hoffentlich identischem Blickwinkel.

 

Was ist die Fahrerei doch einfach geworden, und das liegt nicht nur am asphaltierten Untergrund. Nebenher Karten wälzen fällt heute ebenso weg wie die damals  zuweilen etwas krampfhafte Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Mit dem beruhigenden Wissen, was da so auf den nächsten Kilometern folgt, läßt sich der Tag ganz entspannt angehen.

 

Und dies heißt: Photostops, wo immer es möglich ist oder sich Motive bieten. Morgen kann hier schon wieder atlantische Waschküche herrschen, also "carpe diem". Was für ein Tag, die Sonne wärmt stark, die Luft bleibt trotzdem kühl und klar, dazu kaum Wind, sehr angenehm. Der Motor surrt wie vor 16 Jahren, später läßt sich ein Verbrauch von rund 10l errechnen; nicht schlecht für eine Maschine, deren Entwicklung bereits Jahrzehnte zurückliegt, und immerhin fast zwei Tonnen zu bewegen hat. Simple Technik, simple Freuden :o)

 

Wir legen einen längeren Halt an der ersten Übernachtungsstelle aus 1994 ein, einzig getrübt durch irgendwelche Touripenner, die uns gleich zu Beginn mit ihrem Bus am Heck kleben und fast in den Sand des nahen Strandes abdrängen. Widerlich, sollen sie doch zur Hel fahren ... Viel hat sich seitdem nicht geändert an diesem Küstenabschnitt, die Berge, der Strand und die Klippen, die alte Ringstraße. Oder doch? Es scheint, als sei es trockener geworden. Schon auf den letzten Reisen fiel es bei Stops an dieser Stelle auf: der kleine Bach, welcher 1994 gleich neben der alten 1 den Hang hinunterplätscherte und für Trinkwasser und Katzenwäsche herhalten mußte, ist schon länger verschwunden. Auch heute vom Wasser keine Spur mehr, nicht einmal mehr Quellmoos oder ähnliches.

 

das muß einfach sein ...

 

... auch auf der anderen Straßenseite

 

als wär's gestern gewesen: im Fagridalur, gerad' so wie vor 16 Jahren

 

Reyðarfjörður

 

Reyðarfjörður

 

Fáskrúðsfjörður

 

Fáskrúðsfjörður

 

am Eingang zur Breiðdalsvík ...

 

... und auf der anderen Seite

 

die Ringstraße ist noch nicht durchgehend asphaltiert

 

vor 16 Jahren gab's hier die erste Übernachtung in Ísland

 

Selvík und Mælifell

 

an der Küste unterhalb von Mælifell

 

Es ist nicht mehr weit bis zum anvisierten Übernachtungsplatz, aber viel Zeit, viel Zeit zum Bummeln also. Jetzt am frühen Abend scheint es, als seien nur noch Touris unterwegs, und sie haben es allesamt sehr eilig, eilig irgendwo hin zu kommen. So rauschen sie an uns vorbei, ein ums andere Mal; ob diese Reisenden auch noch einen Blick für die überwältigende Natur haben, die sich ihnen heute dank des vortrefflichen Wetters bietet?

 

Auf uns warten weder Hotelzimmer noch Hütte, auch kein vorbestelltes Abendmenü, nur ein hoffentlich nicht "belegtes", kleines Tal abseits der Ringstraße. Die Spannung steigt ein wenig, schade wär's hätte dort schon jemand seine Zelte aufgeschlagen. Doch ein einziger Blick genügt, das Tal ist verwaist, wie immer in den letzten Jahren. 

 

Der kurze Weg in das Tal hinein ist etwas grob, kaum geeignet für bodennah gebaute Vehikel, geschweige denn für Oldtimer. Aber wie so oft in der Vergangenheit, so ist es auch heute nur eine Frage der Geschwindigkeit. Der kleine Platz oberhalb des ersten Wasserfalls schließlich ist derart eben, daß es keinerlei Schwierigkeiten gibt, dort die richtige Liegelage zu finden.

 

Vor dem angenehmen Teil des Abends gibt es das Pflichtprogramm, heute - am ersten Abend - gleich etwas ausgedehnter. Neben der üblichen Durchsicht des Wagens gilt es, die vorderen Radlager einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Nach der ausgeglühten Radnabe am Zwoachter zwei Jahre zuvor heißt es Warschau. Doch alles ist im grünen Bereich, nicht nur wegen des neuen Fetts. 

 

Der gemütliche Teil des Abends besteht, wie so oft, aus kulinarischen Genüssen ísländischer Herkunft, kombiniert mit etwas innerer Ölung. Der strahlende Sonnenschein - auch zu fortgeschrittener Stunde - kann zwar kaum verhindern, daß es nur wenig mitteleuropäisch warm ist, aber wozu gibt es Decken und dicke Jacken? Jedenfalls bruzzelt schon bald ein saftiges Stück hrefnukjöt auf dem Spirituskocher, nur kurz aber, nur ganz kurz, es soll ja keine Schuhsohle werden. 

 

In Abwandlung des Rezeptes für norddeutschen Grog - Rum muß, Zucker kann, Wasser muß nicht unbedingt - gestaltet sich das erste Abendessen der diesjährigen Tour als doch sehr fleischlastig, das tut dem Genuß des frischen hrefnukjöt aber kaum einen Abbruch. Ganz im Gegenteil, nur ohne den verfälschenden Geschmack irgendwelcher Beilagen und/oder Saucen läßt sich das Walfleisch erst so richtig genießen. Eine wahre Gaumenfreude, dazu zart wie Butter und sehr gesund. 

 

am Abend die erste kleine Inspektion:

 

... Radlager nachstellen

 

... und anschließend alles für die erste Übernachtung vorbereiten

 

Þorgeirsstaðatindur

 

Fleisch muß, Wein kann, Gemüse muß nicht unbedingt

 

einmal Walsteak ohne alles bitte :o)

 

Der kommende Morgen bringt die erste Ernüchterung, allerdings nicht wegen übermäßiger innerer Ölung. Das Sonnenwetter des gestrigen Tages ist fort, tiefziehende Wolken bedecken den Himmel, kalt und unangenehm feucht weht es von See her. Das morgendliche Bad wird zur ersten Mutprobe dieser Tour, uhhh, skítskaldur ... Im Windschatten des Wagens ist es kaum wärmer, erst als die Maschine läuft und wir zur Weiterfahrt starten, kriecht etwas Wärme die Knochen herauf.

 

Hier wimmelt es von Gehirnamputierten, wie schaffen es die Ísländer nur, diese Jahr für Jahr gelassen über sich ergehen zu lassen? Ein Þjóðverji natürlich, nagelt wie ein Irrer  vorbei, drängt uns ab, nur um dann 500m weiter auf den alten Weg hinauf zum Almannaskarð abzubiegen. Tja, mein Bester, wir sind dir auf den Fersen, wenn auch nicht in diesem Affentempo.

 

Der Blick von Almannaskarð hin zu den Gletscherzungen des Vatnajökull fällt heute erwartungsgemäß trübe aus, kaum etwas zu sehen, eher denn zu erahnen. Unter der tiefziehenden Wolkendecke lugen einige Gletscherzungen hervor, der Rest ist in Watte verpackt. Also bleibt es heute bei nur wenigen Photos, und einem ausgiebigen Frühstück.

 

Hinter der alten einspurigen Brücke über die Hornafjarðarfljót taucht der gelbe Mustang auf, rechts auf dem Leitdamm, zwecks Photomotivsuche? Ist auf dem Weg zu den Bíladagar in Akureyri, wie sich später im Internet recherchieren läßt. Apropos Rechereche: woher stammt nur dieses Scheppern im Heck? Der Blick unters Auto auf dem nächsten Parkplatz verrät es, das Auspuffgummi am Endtopf ist gerissen. Wenn es sonst nix ist ...  Ein Stück Wäscheleine schafft Abhilfe, und hält bis heute prima.

 

Die Wolken sind nicht besonders dicht, Regen ist für heut' nicht zu erwarten, es kommt im Gegenteil immer wieder mal die Sonne durch. Ein nächster Stop gilt dem zweiten Übernachtungsplatz aus 1994. Ein sich verlagernder Flußlauf macht es heute zwar unmöglich, diesen Platz mit einem normalen PKW zu erreichen, aber gleich nebenan ist zwischenzeitlich ein Rastplatz an der 1 eingerichtet worden. Von dort läßt sich ein Blick auf den Platz aus 1994 werfen, und es läßt sich noch einmal die Aussicht hinüber auf den Breiðamerkurjökull sowie auf den Öræfajökull genießen. Seinerzeit war klare Sicht, im Sonnenuntergang leuchtete das Eis der Gletscher wie Gold; heute ist alles eingetrübt, der Öræfajökull verbirgt sich zudem unter einem graubraunen Schleier ...

 

Dann ist er erreicht, DER Tourimagnet an der Südküste, der Jökulsárlón. Erwartungsgemäß tummeln sich hier Alle, die bislang untergetaucht und in alle Winde verstreut zu sein schienen. Die gerade in den See/Fjord hineinströmende Tide drängt das Eis gen Gletscher, die Photomotive entschwinden. Wir halten auf dem kleinen Parkplatz hinter der Brücke, schauen dem Treiben eine Weile zu. 

 

Ist das eine ABM, oder warum werden lastwagenweise Klamotten in der Jökulsá versenkt??? Es dürfte wohl kaum gelingen, den Fluß hier zu stauen, wozu auch? Über Herrn Google findet sich auch dazu später eine Erklärung im www, seichter soll sie gemacht werden, die Jökulsá, um zu verhindern, daß größere Eisbrocken gen Meer treiben und dabei die Brücke der Ringstraße 1 beschädigen.

 

Werden die Touris hier eigentlich nie weniger? Ein kleines Photo oberhalb des Jökulsárlón nur, aber ohne Tourirummel, das soll schon noch sein. Nach einer Weile paßt es, irgendwie scheint gerade Bettenwechsel zu sein, der Parkplatz ist leer, der Weg an die Abbruchkante frei. Das Bild ist schnell im Kasten, womit nun alle Drei an dieser Stelle verewigt werden konnten. Hoffentlich wird hier nie ein Zaun aufgebaut ...

 

Nächstes Ziel ist der Fjallsárlón, nicht weniger spannend als der Jökulsárlón, aber von Touris kaum frequentiert. Schön, wenn es so bleibt. Der Weg zum See ist schlecht, auch bei Schneckentempo staubt es enorm. Da wird später noch ein Bad fällig ...  Anders als am Jökulsálón ist hier von schnell erreichbaren Endmoränenhügeln aus der Blick frei auf die Abbruchkante des Fjallsjökull. Leider hört man das Krachen erst, wenn das Eis schon unten ist, also ruhig ein wenig Zeit mitbringen, und den Blick nicht vom Gletscher abwenden. Das Eis ist ständig in Bewegung, da bricht dauernd etwas ab.

 

Anders als im Jökulsárlón scheint sich die Tide im Fjallsárlón nicht bemerkbar zu machen, am Ausgang in die Fjallsá strömt das Schmelzwasser ungehindert gen Meer, es sammeln sich kleine und große Eisbrocken. Weiter im See türmen sich größere Abbruchstücke des Gletschers auf, jedoch hat's hier weit weniger Eis als auf dem Jökulsárlón. 

 

Was kann den Grauschleier über den Bergen noch verursachen, wenn nicht einsetzender Regen? Der Groschen fällt pfennigweise, allmählich dämmert es; Aschewolken ziehen von Westen her über den Öræfajökull. Je weiter wir auf der 1 gen Westen kommen und die Region Öræfi erreichen, desto graubrauner wird der Himmel, aber eben ohne Regen. Und es wird windiger, stürmischer, zusammen mit der in der Luft befindlichen Asche keine sehr lack- und chromschonende Konstellation.

 

Der Skeiðarársandur verschwindet fast völlig unter der vom Sturm aufgewirbelten Asche, vom Lómagnúpur ist nichts zu sehen. Auf ein kostenloses Sandstrahlen lassen wir es nicht mehr ankommen. Es gibt ein Bad an der Tanke von Freysnes, um die Asche vom Wagen zu bekommen, dann geht es ein paar Kilometer retour zu einem geschützten Plätzchen neben der Ringstraße. Hinter einem bewaldeten Endmoränenhügel läßt sich zwar nicht der Asche ausweichen, aber zumindest dem Wind.

 

Im Schutze der Birken ist es ganz gut auszuhalten, nur nicht zu oft rein und raus, damit wenigstens das Wageninnere verschont bleibt. Und immer eine Handbreit vom Lack weg ... Das Zelt findet wieder einmal seinen Platz auf einem kleinen Stück Rasenfläche, eingezwängt zwischen Auto und Birken. Hier finden alsbald auch der Tisch samt Stuhl und Kocher ihre Plätze. Schnell legt sich ein grauer Schleier über alles, wie er schon die kleinen, harten Blätter der Birken bedeckt. 

 

 

Almannaskarð, am nächsten Morgen, Fernsicht ade ...

 

1994 war hier schöneres Wetter ... 

 

am Jökulsárlón

 

was wird das ... ?

 

als die Touris kurz weniger werden...

 

unter Ascheschleiern: am Fjallsárlón

 

Fjallsjökull

 

Fjallsárlón

 

Übernachtung No.2 unterhalb des Falljökull

 

Der Asche des Tages folgt in der Nacht irgendwann der Regen, er prasselt auf's Zelt, spült die Asche aus der Luft und vom Wagen zurück ins Erdreich. In einer kurzen Regenpause wandern die Klamotten zurück ins Auto, nach anschließender Katzenwäsche im benachbarten Fluß geht's weiter gen Reykjavík. Viel zu früh, es ist gerade 7:00 Uhr durch, aber hier ist heute kein Blumenpott mehr zu gewinnen. 

 

Die Landschaft ist nun vollständig unter tiefziehenden Regenwolken verschwunden. Die Berge bis Skaftafell werfen allenfalls dunkle Schatten, über dem Skeiðarársandur verschmelzen Himmel und Erde zu einem grauen Einerlei. So zieht es sich quasi bis zum Erreichen der Ebenen westlich des Eyjafjallajökull hin. Eine Besichtigung der Übernachtungsplätze No. 3 und 4 aus 1994 unterhalb des Lómagnúpur fällt aus, der Weg dorthin ist über die Jahre nicht besser geworden, und heute ist von der dortigen Fernsicht auf den Skeiðarárjökull allenfalls etwas zu erahnen.

 

Aber da war doch noch etwas ...?

 

Der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Frühjahr, natürlich, er muß doch deutliche Spuren hinterlassen haben. Sollte man jedenfalls annehmen; doch weit gefehlt, die Asche gestern ist das Einzige, was sich dieser Tage entlang der Ringstraße vom Vulkanausbruch wahrnehmen läßt. Und was sollte es auch zu sehen geben? Lavaströme, die noch dampfen könnten, hat es nicht bis in die Ebenen gegeben. Der Gletscherlauf als Folge der abrupt abschmelzenden Eismassen des Gletschers ergoß sich in die Ebene nördlich des Eyjafjallajökull, und dürfte dort nur dann erkennbare Spuren hinterlassen haben, wenn man einen "Vorher-Nachher"-Vergleich hat.

 

Entlang der Küste direkt unterhalb des Eyjafjallajökull ist auf den ersten Blick alles wie immer, soweit im Regen heute überhaupt etwas erkennbar ist. Die Wiesen und Weiden sind saftiggrün, die Bäche und Flüsse führen viel Wasser. Wer die Strecke von früheren Besuchen kennt, dem wird auffallen, daß einige der Wasserläufe, besonders die Svaðbælisá, mit ihrem Bett das Straßenniveau erreicht haben. Ein kleiner Teil der durch den Ausbruch verursachten Schmelzwässer ergoß sich in die direkt nach Süden zur Küste hin entwässernden Flüsse. Das mitgeführte Geröll füllte die kleinen Flußläufe schnell auf, die Bäche traten über ihre Ufer, überschwemmten die Ebenen ringsum, und auch die Ringstraße. Mit schwerem Gerät ist man nun dabei, die Wasserläufe zurück in ihre alten Betten zu zwängen. 

 

Vor der Brücke über die Markarfljót ist Baustelle, die Fahrbahn der 1 wird erneuert, so schaut es jedenfalls aus. Wer die Bilder über den Ausbruch des Eyjafjallajökull mitverfolgt hat, wird wissen, daß man hier eiligst den Straßendamm vor und hinter der Brücke unterbrochen hatte, um zu verhindern, daß der anrollende Gletscherlauf die Brücke zerstört. Das Wasser konnte sich verteilen, die Brücke blieb stehen. 

 

Auch hier ist heute kein Blumenpott zu gewinnen, wie schon zuvor nicht am Skógarfoss; trotzdem hoppeln die Touris um und hinter dem Seljalandsfoss herum wie um das goldene Kalb. Die Auftritte sind schubweise, wie gerade die Busse eintreffen. Dazwischen ist es immer wieder erstaunlich leer, mit dem richtigen Bildausschnitt hat es dann den Anschein, als stünde man allein vor dem Fall :o)

 

Nach Westen hin bessert sich das Wetter schlagartig. Die dicken Regenwolken weichen einer lockeren Bewölkung, die Sonne lacht. Es gibt ein Bad an der N1 in Selfoss, mit einem weichen Schwamm und viel Wasser sind die Spuren der letzten Kilometer schnell verschwunden. Außerhalb des Ortes erfolgt anschließend das Trockenlegen, 30 Jahre alte Türdichtungen neigen leider zu Inkontinenz.

 

Bleiben noch die letzten Kilometer bis Reykjavík, die immer wieder nur eines sind: nervig. 

 

gestern Asche, heute Regen: morgens auf der Skeiðarárbrú

 

im Regen kurz hinter Vík

 

das täuscht, ist auch heute trotz des Wetters viel Betrieb am Seljalandsfoss

 

und wieder Sonnenschein: oberhalb der Ölfúsá nahe Selfoss

 

 

Fjölskyldudagur in Reykjavík

 

 

Nach Besuchen bei Freunden ist ein kleines Oldtimertreffen am 12. Juni im Laugadalur in Reykjavík das erste eigentliche Ziel dieser Reise; Fjölskyldudagur, "Familientag", nennt sich die ganze Veranstaltung, welche der Ísländische Oldtimerklub FBÍ einmal im Jahr um diese Zeit organisiert. Getroffen wird sich im Familien - und Freizeitpark im Laugadalur, mitten in Reykjavík unweit des Fußballstadions. Klubmitglieder stellen ihre Fahrzeuge aus, es gibt Klönschnack und ein paar Happen, während die Besucher des Parks die Wagen begutachten können.

 

In diesem Jahr fällt das Ganze buchstäblich ins Wasser. Es regnet den ganzen Tag mehr oder weniger wie aus Kübeln. Die Besucher des gesamten Freizeitparks kann man an einer Hand abzählen, entsprechend viele verirren sich auf die Wiese mit den Oldtimern. Nach ein paar Stunden unter dem Zelt des FBÍ - Bratwurst und Getränke sind aufgebraucht - brechen wir selbiges ab.

 

Ein paar Bilder gibt es trotzdem:

 

 

Strandadagar, auf dem Weg nach Asparvík

 

Noch am gleichen Tag geht es für die Zeit bis zum Oldtimertreffen in Selfoss hinauf nach Strandir; dank der mittlerweile gut ausgebauten Strecke bis Hólmavík sind es von Reykjavík aus lediglich gut 4,5 h zu fahren. Stadt und Hvalfjarðargöng liegen schnell hinter uns, in Borgarnes noch einen Tankstop eingelegt, und der weitaus ruhigere Teil der Fahrt abseits der 1 ist fast erreicht. Als etwas materialstrapazierend erweist sich die Neubaustrecke im Verlauf der 1 in Höhe Bifröst, der lose Schotter prasselt unangenehm aufs Blech ein.

 

Ab dem Abzweig der 61 ist Ruhe auf der Straße, zur mittlerweile fortgeschrittenen Stunde ist kaum mehr jemand unterwegs. Der Regen hält sich dagegen hartnäckig, der Paß Brattabrekka hängt komplett in Regenwolken, im Tal dahinter gießt es. Doch nördlich von Búðardalur ist bereits eine ungewöhnlich scharfe Wettergrenze erkennbar, mit Passieren des Gilsfjörður läßt der Regen merklich nach, und auf dem neuen Weg über die Arnkötluheiði ist es mit einem Male staubtrocken.

 

Ein weiterer Stop zum Tanken dann in Hólmavík, bevor es die letzte Etappe des heutigen Tages zu meistern gilt. Die 643 ist mit Ausnahme eines Stückes am Steingrímsfjörður weiterhin Schotterpiste, für Oldtimer alles andere als geeignet. Doch dank des trockenen Wetters, einem festen Straßenzustand und langsamer Fahrt geraten die letzten rund 40 Kilometer besser, als die wenigen Meter durch die Baustelle bei Bifröst.

 

Als wir 1994 zum ersten Male diesen Küstenabschnitt entlang rollten, startete der erste Herbststurm der Saison, legte über mehrere Tage hinweg immer mehr zu. Der Sturm riß des Nachts am Wagen, die Küste verschwand zusehens unter dunklen, tiefziehenden Wolken und Regen. Heute ist es - zum Glück - nicht so, im Gegenteil. Das schlechte Wetter des Tages bleibt im Süden und Südwesten zurück, am Himmel zeichnet sich in den letzten Sonnenstrahlen eine deutliche Wettergrenze ab, nach Norden hin ist es fast gänzlich klar und wolkenlos. Hoffen wir mal, daß die Wetterlage in den kommenden Tagen stabil bleibt.

 

abends auf dem Damm durch den Gilsfjörður

 

am Abzweig nach Norðurfjörður

 

Asparvík ist erreicht

 

Stop an der alten Brücke über die Fossá

 

Mitternacht in Asparvík

 

kurz nach 2:00 Uhr morgens, die Sonne kommt um die Ecke

 

Strandadagar, unterwegs in Asparvík

 

Sie bleibt es, die Wetterlage ...; soll heißen, kein Regen, zunächst viel Sonne, in den Folgetagen aber zunehmend Nebel oder Nebelbänke, und Kälte aus Nord. Alles in allem vortreffliche Voraussetzungen für ein paar erholsame Tage in der Pampa. Und Erholung heißt in diesem Fall: kein Wecker, kein Mobiltelefon, kein elektrischer Strom, fließend Wasser nur im Fluß, und aufstehen erst gegen Mittag. Anstrengend wird es nur, wenn es darum geht, sich nach dem Frühstück für den Nachmittag zu überlegen, was man(n) denn heute noch so alles anstellen will. Wenn die Wahl gefallen ist, bleibt der Wagen zumeist stehen, zu Fuß geht es an der Küste entlang, hinein ins Asparvíkurdalur, oder hinauf in die Berge. Stille kann schon ganz schön laut sein, und sie wird einzig durchbrochen von dem altmodischen Ticken der Quarzuhr in der Mittelkonsole des fahrbaren Untersatzes.

 

 

Asparvík, Hákarlahjallinn, der Wiederaufbau ist leider etwas zu flach geraten ...

 

die Fossá kurz vor der Mündung ins Meer

 

Pionierpflanze selbst in Felsspalten: Strand- oder Grasnelke

 

Trolle bewachen die Küste

 

der ísländische Name klingt besser: Lambagras

 

im Asparvíkurdalur unterwegs, diesmal in den Hängen an der Südseite des Tals

 

im Asparvíkurdalur unterwegs, diesmal in den Hängen an der Südseite des Tals

 

Burnirót oder Rosenwurz

 

Ausblick hinüber nach Eyjar

 

Strandadagar, Djúpavík og Reykjanes

 

 

 

Strandadagar, Abstecher nach Seljanes

 

Wen man nicht so alles trifft .... nein, nicht in Reykhólar den G-Benz mit der 07er-Nummer; das ist geplant, Bernd ist ebenfalls auf dem Weg zur Oldtimerveranstaltung in Selfoss, und wir haben uns des morgens zu einem kleinen Treffen in Reykhólar auf dem Campingplatz ( der kleine neben dem Bad ) verabredet. Während einer anschließenden Pause an der 607 fällt er uns bereits auf, ein etwas betagter Landi, wie dieser langsam die Straße entlangzuckelt. Es dauert gar nicht lang, da kommt er retour, und hält neben uns. Stefán hat unsere Töfftöffs ausgemacht, und eh wir uns versehen, sind wir zu einem Kaffee auf dem Hof Seljanes eingeladen.

 

Was Bernd und ich dort bei einem heißen Becher Kaffee zu sehen bekommen, das ist schon wirklich außergewöhnlich. In Hallen, Schuppen und baufälligen Verschlägen warten zumeist unrestaurierte Oldtimer unterschiedlichster Jahrgänge darauf, wieder zum Leben erweckt zu werden. Auf dem benachbarten Schrottplatz siechen im hohen Gras weitere ( aber nicht mehr rettbare ) Vehikel dahin. Restaurierte Fahrzeuge gibt es auch, Traktoren, sie sind jetzt im Sommer an der Zufahrt aufgereiht. Dazu gesellen sich unrestaurierte, aber noch fahrbereite Oldtimer, wie z.B. der Wolga oder der Taunus II. 

 

07er Treffen auf dem Campingplatz in Reykhólar

 

alte Traktoren auf Seljanes

 

alte Traktoren auf Seljanes

 

Ford Taunus II '76-'79

 

russischer Wolga 60er-Jahre

 

Ford Taunus P5/17m,  3-türiger Turnier von 1967

 

der Arme .... 

 

1,7l V4-Motor mit sagenhaften 65PS

 

Picknick am Berufjörður unweit von Seljanes

 

Fornbílamót á Selfossi 25.-27. Juni

 

Und dann ist es endlich soweit, das 

 

 

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